Der Freund einer Freundin, dessen Freunde

Von allen Geschenken, die uns das Schicksal gewährt, gibt es kein größeres Gut als die Freundschaft - keinen größeren Reichtum, keine größere Freude. Doch manchmal kommt alles anders als man denkt. Aber von vorne. Wir waren ein ziemlich bunt gemischter Haufen, unsere Clique würfelt sich zusammen. Alles zwischen 18 und 26 tummelte sich iwo. Eigentlich war es immer lustig, der Zusammenhalt stimmte und es war immer was los.. Ob Gartenparty, dvd abende, kino, zusammen kochen oder ähnliches. Es war immer jemand da und wir standen alle für einander ein. Doch im letzten Jahr hat sich viel geändert. Der Kreis wurde schon immer kleiner. Zu meinem Geburtstag im vergangenen Oktober waren wir grade mal 10 Leuts. Mich störte es nicht, weil ich wusste auf diesen kleinen Kern kann man sich verlassen. Und dann kam die Nachricht von unserer Schwangerschaft. Die Freude darüber war riesig bei allen. Doch mit der Zeit, änderte sich mal wieder alles. Ich hatte viel mit Neid meiner eigentlich besten Freundin zu kämpfen. Es gab unendlich viel Zickenkrieg zwischen uns, zeitweise war sogar komplett funktstille. Iwie versicherte mir jeder alles bleibt gleich, doch ich wusste ein kind verändert nicht nur mein Leben sondern auch das meiner Freunde. Und so kam es, je runder ich wurde desto mehr verließen uns. Von besten Freunden im Stich gelassen. Ich hab lange daran geknabbert zu akzeptieren, dass "WIR" kaum noch erwünscht waren. Von heute auf morgen wurde man gemieden. Die Frage nach dem Warum war nie größer. Ständig hörte ich nur noch "es geht bei dir nur noch um das Baby". Man ja, ich bin schwanger und freue mich dermaßen auf den kleinen, sorry! Ich versuchte mich in der Zeit zurückzuziehen, mich wollte eh niemand sehen, redete ich mir ein. Wieder einmal musste ich schmerzlich lernen, das der Schein trügt und nicht alles Gold ist, was glänzt. Einige Zeit verging, zu meinen Freunden zähle ich mittlerweile wenige. Und wieder einmal komme ich zu dem Zeitpunkt der Geburt. Ich war echt überrascht wer mich alles besuchen kam und auch auf facebook meine Freude teilte. Das half mir dabei, meine eigenen Gefühle nicht ganz so ernst zu nehmen. Seitdem ich zuhause bin kann ich meine Freunde an einer Hand abzählen. Doch das ist jetzt nicht weiter schlimm. Mittlerweile bin ich total froh dass nur noch ein paar hansels geblieben sind. Denn sie sind die besten die man haben kann. Ich bin immer wieder erstaunt wie flexibel meine Freunde sind, wie locker sie das alles nehmen und hilfsbereit sind. Wie sooft im Leben muss man es so nehmen wie es kommt und das Beste draus machen. Man muss sich eben mit Dingen arrangieren können. Auf diesem Weg nochmal ein riesen Dankeschön an meine Lieblingsmenschen. Bis bald. Eure C.

10.8.15 12:43

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