Friede, freude und nervenzusammenbrüche

Kennt ihr das wenn Lärm iwann unerträglich wird? Nicht? Dann schätzt euch glücklich... denn nichts ist belastender als ständiger Lärm. Aber am besten fang ich von vorne an... Mein Freund und ich sind erst relativ kurze Zeit zusammen (2 1/2 Jahre).. Letztes Jahr im Sommer beschlossen wir eine Familie zu gründen. Gesagt getan und ziemlich schnell durften wir sagen, wir werden Eltern... wir waren überdimensional glücklich, ein Gefühl was man nicht beschreiben kann aber was jede Mutti und jeder Papi, nachempfinden kann. Nun kam nur noch das Problem mit meinen Antidepressiva. Wie ich euch ja schon sagte leide ich seit geraumer Zeit an Depressionen und Persönlichkeitsstörungen. Aber dazu mehr in einem späteren Eintrag. Die Ärzte waren sich einig, Tabletten müssen abgesetzt werden. Und natürlich tat ich dieses. Meine Schwangerschaft verlief wirklich problemlos und der Tag der Geburt rückte näher und näher. Bis unser Fratzi schließlich am 10.07.2015 zur Welt kam. Und eigentlich sollte jetzt der Moment kommen, wo ich vor Freude an die Decke springe und vor Stolz platze. Bei meinem Partner war es auch so, nur bei mir regte sich gar nichts. Ich konnte dieses Gefühlt nicht spüren. Klar, hab ich mich lange Zeit mit der Depression und der Wochenbettdepression beschäftigt. Ich hatte riesige Angst wieder in dieses schwarze Loch zu fallen, welches mich unendlich viel Mühe gekostet hat zu überwinden. Ich tröstete mich damit, dass sich das Gefühl sicher noch einstellt. Nach 5Tagen konnten mein Sohn und ich die Klinik verlassen und ich freute mich auf mein Zuhause, meinen Partner und sehnte mich weiterhin nachdem Gefühl der Freude des Mutterdaseins. Es verging ungefähr eine weitere Woche. Abends nachdem der Kleine im Bett war, weinte ich so bitterlich.War ich wirklich unfähig mein eigenes Kind zu lieben? Bei jedem Blickkontakt, fühlte ich nichts außer Leere, ich konnte mich nicht mal selbst im Spiegel ansehen, weil ich mich einfach nur schämte. Ich sagte mir immer wieder "das brauch Zeit, es ist doch für dich auch ne völlig neue situation, gib dir selbst Zeit und versuche es nicht zu erzwingen, es kommt von ganz allein." Es verging eine weitere Woche, in der ich damit beschäftigt war mir mein Kind jeden Tag genau anzusehen und mir nach und nach Dinge / Eigenschaften raus suchte, die ich an ihm liebe... Leichter gesagt als getan. Aber mittlerweile hatte ich das Gefühl meine Depression wieder ganz gut im Griff zu haben. Tja das Gefühl hielt aber nicht lange an. Er fing vor gut einer Woche an ständig Theater zu machen. Er schlief an manchen Tagen fast gar nicht und ich ging echt am Stock. Jedes mal schlief er in meinem arm ein und sobald ich ihn in sein Bett oder sein Laufgitter legte, schrie er dermaßen laut los. Und plötzlich waren diese miesen Gedanken wieder da. Du bist eine schlechte Mutter. Du kannst nicht mal dein eigenes Kind beruhigen. Weißt du überhaupt was es will. Ich war komplett überfordert, weinend saßen wir beide da, er in meinem Arm und ich versuchte ihn zu besänftigen.. Pustekuchen. In solchen momenten gehst du als Mutter ja erstmal deine Checkliste durch. Frische windel? Hunger? Fieber? Verstopfung? Schmerzen? Und was tun, wenn alles abgearbeitet ist und das Kind trotzdem schreit wie am Spieß? Ich weiß manchmal nicht vor und nicht zurück. Und oft habe ich das Gefühl, es reicht dem kleinen Mann nicht was ich tue. Dann kreisen ständig wieder diese Gedanken. Eigentlich weiß ich, dass ich eine gute Mutter bin und das ich alles für meinen Sohn tun würde. Aber oft stehe ich an dem Punkt und frage mich, hast du die richtige Entscheidung getroffen, war es richtig mit meiner Krankheit ein kind in die Welt zu setzen? Hätte ich erstmal mein Leben sortieren sollen bevor ich ein anderes zerstöre, werd ich es jemals packen eine gute Mutter zu sein? Ich weiß unser weg ist noch lang, aber ich weiß ich kann das packen. Ich habe es schon einmal gepackt und jedes mal wenn mein Baby mich mit großen Augen anguckt und danach grinst, weiß ich es war richtig. Und mittlerweile kann ich sogar sagen, ich liebe meinen Sohn über alles und er macht mich unendlich glücklich und stolz. Zudem habe ich einen tollen Partner, der es nicht immer leicht mit mir hat aber dennoch stets und ständig für mich da ist und mich in schwierigen Zeiten auffängt. Das wars erstmal wieder, lieben Gruß Eure C.

9.8.15 18:35

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